10 März     0 Kommentare

Was passiert wenn Google Ausfällt?

In der Nacht auf den 17. August 2013 fiel einer der größten Internetdienstleister aus: Vier Minuten lang war der Zugriff auf Google-Dienste nicht möglich. Weder Gmail, noch Google Maps, Google Drive oder Google-Kalender waren zu erreichen und sogar die Google-Suchmaschine war nicht einsetzbar. Stattdessen bekam man Fehlermeldungen angezeigt. Der Ausfall Googles störte bei einer Kürze von vier Minuten zwar kaum einen Verbraucher wirklich, nichtsdestotrotz hat Google dadurch aller Wahrscheinlichkeit nach einen Verlust von einer vermutlich sechsstelligen Summe gemacht. Schätzungen der Tech-Blogger von "Venturebeat" zufolge dürfte der Schaden bei circa 432.000 Dollar beziehungsweise 306.000 Euro liegen. Diese Schätzungen berufen sich dabei auf den zuletzt gemeldeten Quartalsumsatz von 14,1 Milliarden Dollar, aus welchem man einen theoretischen Gewinn von 108.000 Dollar pro Minute errechnen kann. Die Verluste könnten jedoch auch niedriger sein, denn Messungen des Internetanalysedienstes GoSquared entsprechend gab es nach dem Ausfall eine erhöhte Auslieferungsrate von diversen Internetseiten bei Google, sodass man davon ausgehen kann, dass ein Teil der Verluste des Konzerns durch diese gemildert wurde. Dennoch könnte der Ausfall Googles auch andere Internetangebote negativ beeinflusst haben, denn den Messungen GoSquareds bezüglich der Aufrufe diverser Angebote nach gab es während der vier Minuten Ausfall eine Reduktion derer um 40%. Zu erwähnen ist hierbei jedoch, dass GoSquared nicht das gesamte Internet erfasst, sondern nur die Seiten analysiert, welche zu ihren Kunden gehören. Das wiederum schließt in die Überlegung mit ein, dass man nicht genau sagen kann, welche Relevanz die Seiten für das Internet als Ganzes haben und wie hoch der Zugriff auf sie überhaupt ist: 40% von hundert Aufrufen entsprechen ja nicht 40% von 10 Aufrufen, letztere haben folglich wesentlich weniger Relevanz - nur um ein abstraktes Beispiel zu nennen.

Eine Seite, die von dem Ausfall Googles wohl profitiert haben dürfte, könnte Twitter sein. Die Aktivität ihrer User stieg in dem Zeitraum des Ausfalls erheblich, wie eine Messung des Analysedienstes Topsy zeigt. Auch die Empfehlung einiger, es mit einem Konkurrenzangebot zu versuchen wie Microsofts Bing, könnte derartige Seiten gefördert haben. Was der Ausfall Googles zeigt, ist derweil, wie dominierend der Konzern im Internet ist und welchen Einfluss er auf das Nutzungsprofil weltweit hat. Andererseits zeigen die liberalen und teils auch witzelnden Reaktionen vieler Nutzer gleichzeitig, dass es kein schwerwiegendes Problem für sie darstellt, wenn einmal einer der größten Anbieter ausfällt. Zusätzlich bezüglich der Berichterstattung lässt sich dann noch sagen, dass der Ausfall dafür sorgte, dass die Quellen von den Reportern weniger kritisch geprüft wurden, sodass die Messung GoSquareds teils als für das gesamte Internet geltend verstanden oder anderweitig falsch gedeutet wurde. Eine genauere Quellenprüfung ist also auch bei Sensationsnachrichten - sogar gerade da - ebenfalls vonnöten.

Wer sich weiter für das Thema Interessiert, dem empehle ich folgende zwei Artikel:

Total Ausfall Google - Spiegel.de

Total Ausfall Google - Kritische Stimmen - Bildblog.de Mehr zum Thema Internetsicherheit gibt es auch in diesem kostenlosen Ebook: einfach anmelden und herrunterladen: Kostenloses Security-Insider eBook

Tags: Farbwahl bei der Webseite, Einfluss von Farben auf das Kaufverhalten